Heimat- und Geschichtsverein Oberrotweil
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Inhalt des Videofilms und Ergebnisse der Recherche


Die Geschichte von der geleisteten Fluchthilfe in ca. acht Fällen: Ein Makler, der in Freiburg Schweizer Immobilien verwaltete und daher regelmäßig in die Schweiz kam, bereitete zwischen 1936 und 1939 einen Fluchtweg für Verfolgte aus kirchlichen Kreisen, die von Verhaftung und Verschleppung in ein Konzentrationslager bedroht waren. Der katholische Pfarrer Gaa aus Oberrotweil vermittelte zwischen dem Makler und der Familie Dienst, deren Lebensmittelgeschäft in Oberrotweil sich gut als Unterschlupf auf diesem Fluchtweg in die Schweiz eignete. Hier konnten die Flüchtlinge tagsüber ausschlafen und sich satt essen, um abends gestärkt durch den Rheinwald in Richtung Schweiz zu fliehen.
Durch Recherchen konnten wir einen von acht Flüchtlingen nach über 60 Jahren ausfindig machen. Abt Thomas Denter aus dem Zisterzienserkloster Marienstatt bei Frankfurt schickte uns am 25.03.01 folgende E-mail: “Sehr geehrte Frau Demuth, hallo Ihr in der 7a! Toll, was Ihr herausfindet. Ja, es war mein Vorvorgänger, der 1936 vor den Nazis flüchten mußte und sich “bei Nacht und Nebel” in die Schweiz begab .... Es ist Abt Dr. Eberhard Hoffmann, geb. am 21. Januar 1878 in Nauroth (Westerwald); er fand schließlich eine Bleibe in dem Benediktinerkloster Disentis in der Schweiz, wo er am 11. April 1940 verstarb.”

Ein weiterer Briefwechsel bestätigte die Vermutung, dass dieser Abt bei Familie Dienst auf seinem Fluchtweg Unterschlupf fand. Auf die Personenbeschreibung des Abtes durch meine Tante schickte uns der heutige Abt das Foto, das wir in den Film einarbeiten konnten.
Der frühe SA-Terror im Dorf wird an einer äußerst brutalen Auseinandersetzung zwischen Katholischer Jugend und SA-Männern schon vor 1933 deutlich. Katholische Jugendliche holten nachts eine gehisste Hakenkreuzfahne von der Dorflinde herunter. Elisabeth Wagner geb. Hechinger bezeugt im Film, dass ihr Bruder Josef Hechinger und andere dabei von SA-Männern krankenhausreif geschlagen wurden.
Vom SS-Mann im KZ Dachau: Tante Mathilde wußte von manchen schrecklichen Ereignissen im KZ Dachau. Ein Schulkamerad, der dort als SS-Mann eingesetzt war, vertraute ihr an, dass er sich aus Verzweiflung freiwillig an die Front melden wolle, um sich erschießen zu lassen. Für Tante Mathilde war klar, wenn man jemandem auf der Flucht vor den Nazis helfen konnte, mußte man das einfach tun – trotz aller Gefahr. Nach der Filmpremiere meldete sich der gleichnamige Neffe des SS-Mannes Paul Sacherer mit einem Nachlaß. Briefe des SS-Mannes von der Front unterstützten die Zeitzeugenaussage von Tante Mathilde, dass dieser SS-Mann mit seinen Erfahrungen und Aufgaben im KZ in starke Konflikte geraten war. Er starb am 28. Juni 1942 in Sowjet-Rußland an der Front.
Vom jüdischen Viehhändler Max Mock aus Breisach: Als die Juden in keinen Geschäften mehr einkaufen durften, kam er eines Tages in das Lebensmittelgeschäft der Tante Mathilde und bat um eine Zigarre. Auch von Familie Wagner im Gasthaus zum Löwen konnte er Hilfe erwarten. Wie die Tochter Pia Sacherer geb. Wagner erzählte, hat ihre Mutter für ihn und andere Juden Fleisch eingekauft.

 

   
 
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